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Family Affairs

Zuerst hat Sven Burkhardt die Tochter seiner heutigen Vorgesetzten entlassen, dann hat er einen Job in der Firma ihrer Mutter ergattert und letztendlich hat er die Tochter geheiratet. 

Zugegeben, die Einleitung liest sich zunächst wie eine Telenovela. Aber ich liebe Svens Story, weil sie beweist, dass das Leben die spannendsten Geschichten schreibt.

Lieber Sven, zunächst einmal danke, dass du deine persönliche Story und spannende berufliche Reise mit uns teilst. Du bist seit diesem Jahr neben deiner Position als Director Marketing auch Prokurist bei MarketDialog. Angefangen hat deine Karriere bei MarketDialog mit einer Love Story. Bitte erzähle uns zunächst, was du vor deiner schicksalhaften Begegnung beruflich gemacht hast.

Nach meinem Bachelor hatte ich große Lust praktische berufliche Erfahrung zu sammeln. Zuerst war ich anderthalb Jahre in einem amerikanischen Beratungsunternehmen in Berlin tätig. Das war mein Wunsch und ich denke, das ist der Traum sehr vieler Studenten. Danach bin ich zu einem amerikanischen Konzern im Bereich Fashion Retail gewechselt. Das war eine wichtige Erfahrung, weil ich nicht mehr nur im Büro saß, sondern Verkauf, Marketing und Personalführung im B2C gelernt habe. Irgendetwas muss ich dort richtig gemacht haben (lacht), denn im nächsten Step bekam ich das Angebot als Manager nach Frankfurt zu gehen.

Und in Frankfurt bist du deiner großen Liebe begegnet?

Bei meinem ersten Besuch unseres Stores im Main-Taunus-Zentrum ist mir Laura, die während ihres Jurastudiums als Werkstudentin im Verkauf arbeitete, sofort aufgefallen. Wir lernten uns kennen und wechselten ein paar Worte. Seit dieser Begegnung bekam ich sie nicht mehr so richtig aus dem Kopf und ich ertappte mich, wie ich bei meiner wöchentlichen Planung in Lauras Schichtplan schaute, ob sie auch da sein würde. Nach einem vierwöchigen Flirt haben wir uns endlich verabredet, waren sofort verliebt und wurden schnell ein Paar. Das Problem war jedoch, dass wir damit gegen die Policy unseres Arbeitgebers verstoßen hatten, die besagte „keine Dates und Love Stories im Unternehmen“.

Das ist eine blöde Policy, oder? Wie kann man denn die Liebe verbieten? Was habt ihr gemacht?

Wie du siehst, kann man die Liebe ja nicht wirklich verbieten (lacht). Ich war Lauras Vorgesetzter was erschwerend hinzukam. Wir haben uns den Kopf zerbrochen, wie wir es handhaben sollten, aber das Schicksal hat es gut gemeint mit uns. Wir haben innerhalb unseres persönlichen Netzwerks nach einem neuen Job für Laura gesucht und es ergab sich für sie die Möglichkeit in einer Anwaltskanzlei zu arbeiten, was letztendlich sogar viel besser für sie war. Erst als es sicher war, dass sie den neuen Job antreten würde, habe ich mit meinen Vorgesetzten gesprochen. Sie freuten sich zwar für uns, aber ich musste Laura dennoch kündigen.

Offensichtlich hat sie es dir verziehen (lachen beide). Wie ging es danach für dich beruflich weiter?

Auch ich wechselte meinen Arbeitgeber. In meiner neuen Position bei einem britischen Retail Anbieter standen Reisen nach UK regelmäßig auf der Agenda. Dann wurde ich für sechs Monate in München eingesetzt. Die sehr gute Bezahlung konnte das anstrengende Pendeln zwischen München und Frankfurt über anderthalb Jahre und die mangelnde Wertschätzung nicht wettmachen. Laura und ich waren vor dieser neuen Position bereits zusammengezogen und hatten uns auf unser gemeinsames Leben gefreut, welches nur noch aus kurzen Wochenenden bestand.  Ich beschloss, dass es nun Zeit war für den Master, den ich ohnehin geplant hatte. Ich suchte ein Jobangebot, welches mir ermöglichen würde, parallel den Master zu machen. So landete ich bei MarketDialog.

Nun wurde Lauras Mutter, Helen Hain, Gründerin und Geschäftsführerin von MarketDialog, deine neue Chefin. Wie kam es zu dem Angebot in ihrer Firma zu arbeiten und wie fühlte es sich an?

Ehrlich gesagt war zu Beginn nicht mehr geplant, als für den Zeitraum bis zu meinem Master einen guten Job zu haben und weitere Berufserfahrung zu sammeln. Helen hat mir angeboten ein Traineeprogramm zu machen, um alle Abteilungen kennenzulernen. Das war ein großartiges Angebot und ergänzte meine Berufserfahrung insofern sehr gut, da MarketDialog ein mittelständisches Unternehmen mit 65 Mitarbeitern ist. Nach ein paar Wochen kannte ich alle Kollegen und deren Verantwortungsbereiche. Das hat mir gut gefallen. Außerdem hatte ich zuvor keine Erfahrung im Bereich B2B- Vertrieb und noch weniger im Telemarketing Outbound.

War es nicht ein komisches Gefühl für die Mutter deiner Freundin zu arbeiten?

Nein, denn wir kannten uns bereits 5 Jahre privat, hatten schon viel mit der Familie unternommen und verstanden uns gut. Es gab diesbezüglich keine Berührungsängste. Bei meinen amerikanischen und englischen Arbeitgebern hatte ich Berufserfahrung im Marketing, Vertrieb und Beratung gesammelt. Spannend fand ich bei MarketDialog abteilungsübergreifende Kenntnisse über das Unternehmen zu gewinnen und unternehmerische Erfahrungen wie Personal- und Führungskompetenz auszubauen. Natürlich ist auch heute noch der intensive Austausch mit Helen ein großer Vorteil, zumal wir uns sehr gut verstehen und auch familiär verbunden sind, was mir einen Vertrauensvorschuss gewährt.

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Wie würdest du aus heutiger Sicht dieses Traineeprogramm beurteilen?

Für mich hätte es nicht besser laufen können. Beruflich bekam ich Einblick in alle Unternehmensbereiche, wodurch ich sehr viel gelernt habe und gezielt meine Ideen und Vorschläge einbringen konnte. Privat lief es ebenfalls super, weil ich endlich mehr Zeit für unsere Beziehung hatte und wir beide am Lernen waren, Laura studierte noch und ich wieder.

Und mit so vielen positiven Vibes hast Du dann Deinen Master mit Prädikat bestanden und hast mit Laura noch einen Auslandsaufenthalt eingelegt.

Ich habe Urlaub und Remote arbeiten aus Südafrika für mehrere Wochen verbinden dürfen und das war fantastisch. Für Laura und mich war das eine sensationelle Erfahrung. Ja, wir haben uns für unsere Anstrengungen im Studium belohnt.

Du hast gesagt, dass Deine Arbeit bei MarketDialog nur für den Zeitraum bis zu Deinem Master geplant war. Wie ging es weiter?

Ich wollte noch weitere Berufserfahrung sammeln und habe mich bei verschiedenen Konzernen beworben. Es war ein komisches Gefühl, denn einerseits wollte ich mich an meine ursprüngliche Planung halten, andererseits fiel es mir auch schwer mich von MarketDialog zu lösen, da ich mit Helen und Kollegen ein paar wichtige, neue Projekte angeschoben hatte, die noch in der Entwicklung waren. Ich spürte, wie sehr ich mich mit dem Unternehmen identifizierte. Eines Tages bat Helen mich um ein Gespräch. Ihr ging es wie mir. Am Anfang war sie ebenfalls der Meinung ich solle in einem anderen Unternehmen weitere Erfahrung sammeln, aber dann hatte sie nachgedacht und unterbreitete mir ein Angebot. Wir haben lange darüber gesprochen und ich habe gründlich nachgedacht. Ich kam zum Schluss, dass es eine Chance mit Zukunftspotential ist und ich habe sie ergriffen.

Hochzeit
Du arbeitest für oder mit deiner Schwiegermutter. Da muss es doch auch Differenzen geben. Wie werden diese ausgetragen?

Wenn man sich selbst und das Unternehmen entwickelt, dann gibt es auch mal Meinungsverschiedenheiten, aber es wird nie persönlich, denn es geht immer um die Sache. Und ich hoffe, dass es in jedem Unternehmen Diskussionen gibt, um Projekte voranzutreiben. Ich kenne Helen nun seit mehreren Jahren und weiß, wann es ein geeigneter Zeitpunkt ist, um unliebsame Dinge anzusprechen. (lacht).

Ihr verbringt als Familie viel Zeit miteinander und fahrt auch jedes Jahr gemeinsam in den Urlaub nach Sylt. Könnt ihr Job und privat gut trennen oder nervt ihr die Familie mit Gesprächen über das Unternehmen?

Alles gibt es. Manchmal sind wir so ausgepowert, dass wir gar nicht über den Job sprechen möchten. Wenn wichtige Projekte laufen, lässt es sich einfach nicht vermeiden sich darüber auch im Urlaub auszutauschen oder mit der Firma in Kontakt zu bleiben. Manchmal beteiligt sich die ganze Familie an den Gesprächen und mal beschweren sie sich und wir hören sofort auf (lacht).

Du bist zum Prokuristen und Helens Nachfolger ernannt worden. Helen hat drei Kinder, hatte niemand Interesse die Firma weiterzuführen?

Gute Frage. Laura, Helens älteste Tochter ist Rechtsanwältin und hat kein Interesse. Max studiert Musikmanagement und arbeitet als Werkstudent bei uns, hat andere Pläne für seine Karriere. Die Jüngste geht noch in die Schule. Somit habe ich mich geopfert (lacht). Spaß. Es war ein Prozess, der nicht geplant war und wir sind mit dieser Lösung alle zufrieden.

Du hast letztes Jahr Laura geheiratet. Was für ein großartiges Happy End. Hast du das Gefühl alles richtig gemacht zu haben?

Ich bin sehr glücklich Laura geheiratet zu haben, denn sie ist meine Traumfrau. Laura hat ihr Studium erfolgreich abgeschlossen und arbeitet als Rechtsanwältin, ich bin froh Helens Vertrauen gewonnen zu haben und die Weiterentwicklung von MarketDialog ist eine großartige Erfahrung. 

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