Mehr Daten, weniger Orientierung im Vertrieb?
INSIDE SALES REALITY
EDITION
06
Mehr Daten. Weniger Orientierung?
Hermina Deiana
Strategic Sales Manager
MarketDialog GmbH
Hermina Deiana beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Vertriebsrealität, Kundenperspektiven und strategischer Vertriebsentwicklung im B2B-Umfeld.
Ihr Fokus liegt auf qualitativen Erkenntnissen, belastbaren Entscheidungsgrundlagen und der Frage, wie Unternehmen Vertrieb aus Kundensicht wirklich erleben.
Warum Daten allein keine guten Vertriebsentscheidungen garantieren
Unternehmen wissen heute fast alles über ihre Kunden.
- CRM-Systeme dokumentieren Kontakte.
- Dashboards zeigen Entwicklungen.
- Forecasts prognostizieren Umsätze.
- Künstliche Intelligenz erkennt Muster.
Und trotzdem verlieren Unternehmen Kunden. Oder entwickeln sich Kundenbeziehungen schleichend in eine Richtung, die intern niemand bemerkt. Das eigentliche Problem ist heute nicht der Mangel an Daten. Sondern der Mangel an Erkenntnissen. Denn Kennzahlen zeigen, was passiert. Sie beantworten jedoch selten die entscheidende Frage:
Warum passiert es? Oder noch konkreter:
Wie erleben Kunden die Zusammenarbeit tatsächlich?
Genau diese Perspektive entscheidet häufig darüber, ob Vertriebsstrategien langfristig erfolgreich sind.
Unternehmen verfügen über immer mehr Daten. Aber nicht automatisch über bessere Erkenntnisse.
Daten zeigen Verhalten. Kunden erklären Ursachen.
Kennzahlen sind unverzichtbar. Sie schaffen Transparenz. Vergleichbarkeit. Orientierung. Sie zeigen Aktivitäten, Prozesse und Zielerreichung. Was sie jedoch selten erklären, sind die Ursachen hinter den Ergebnissen.
- Warum bleibt ein Kunde?
- Warum wird Zusammenarbeit als austauschbar empfunden?
- Warum entstehen Reibungsverluste, obwohl alle KPIs stimmen?
- Warum entwickelt sich eine Kundenbeziehung weiter – oder eben nicht?
Zwischen diesen beiden Perspektiven liegt häufig der entscheidende Unterschied.
Denn Daten zeigen Verhalten. Kunden erklären Ursachen.
Was Daten nicht zeigen
Kunden erleben Vertrieb häufig anders als Unternehmen selbst. Sie bewerten nicht nur Produkte, Preise oder Prozesse.
Sie bewerten Aufmerksamkeit. Verbindlichkeit. Initiative. Relevanz. Und die Frage, welchen Beitrag ein Anbieter tatsächlich für ihren Erfolg leistet. Genau diese Faktoren finden sich in klassischen Vertriebskennzahlen meist nicht wieder.
Sie tauchen weder im CRM noch im Dashboard auf. Und doch entscheiden sie oft darüber, ob Kunden bleiben, sich weiterentwickeln oder sich innerlich bereits vom Unternehmen verabschieden.
Hohe Aktivität. Wenig Orientierung.
Ein Projekt hat uns genau das eindrucksvoll gezeigt. Intern schien alles zu funktionieren. Die Forecasts stimmten. Die Pipeline war gut gefüllt. Meetings fanden regelmäßig statt. Der Vertrieb war aktiv. Aus Unternehmenssicht gab es keinen Anlass zur Sorge.
Bis wir mit den Kunden gesprochen haben. Dort hörten wir etwas völlig anderes.
- „Die Zusammenarbeit funktioniert.“
- „Aber neue Impulse kommen kaum noch.“
- „Eigentlich unterscheiden sie sich kaum noch von anderen Anbietern.“
Plötzlich wurde sichtbar: Nicht fehlende Aktivität war das Problem. Sondern fehlende Wahrnehmung.
Niemand im Unternehmen wusste, wie Kunden die Zusammenarbeit tatsächlich erlebten.
Und genau deshalb blieb die schleichende Entwicklung in Richtung Austauschbarkeit lange unbemerkt.
Daten zeigen Verhalten. Kunden erklären Ursachen.
Es geht nicht um weniger Daten. Sondern um bessere Entscheidungen.
Moderne Vertriebsorganisationen brauchen Daten. Sie brauchen Kennzahlen. Sie brauchen Transparenz. Aber nachhaltige Entscheidungen entstehen erst dann, wenn operative Kennzahlen durch die Perspektive der Kunden ergänzt werden.
Nicht als Ersatz. Sondern als zweite Wahrheit.
Denn Zahlen zeigen Entwicklungen. Kunden erklären Ursachen. Erst beides zusammen schafft eine belastbare Grundlage für strategische Vertriebsentscheidungen.
Daten schaffen Transparenz. Erkenntnisse schaffen Orientierung.
Fazit
Unternehmen brauchen heute nicht noch mehr Daten. Sie brauchen bessere Fragen.
Nicht alles, was für Kunden entscheidend ist, lässt sich in Dashboards oder Reports ablesen. Die wichtigsten Erkenntnisse entstehen häufig erst dort, wo Menschen miteinander sprechen. Wer Vertrieb ausschließlich über Zahlen steuert, erkennt häufig erst spät, warum Kundenbeziehungen stärker oder schwächer werden.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Frage überhaupt:
Wie würden Ihre Kunden Ihre Zusammenarbeit beschreiben? Wenn Sie darauf keine klare Antwort haben, lohnt sich vielleicht ein Gespräch.
Wenn Sie Ihre Kundenperspektive besser verstehen möchten, freue ich mich auf unseren Austausch.
Hermina Deiana
Strategic Sales Manager
MarketDialog GmbH
+49 (0)6196 - 76 95 183
hermina.deiana@marketdialog.com
www.marketdialog.com
Lassen Sie uns ins Gespräch kommen.
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